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Para Leichtathletik

Faszinierend ist es, einen unterschenkelamputierten Weitspringer weit über 7m springen zu sehen. Schier unglaublich scheint es, wenn ein blinder Mensch fast so schnell wie ein Nichtbehinderter die 100m sprintet, dies aber im Gleichklang mit seinem sehenden Guide in perfekter Harmonie praktiziert, wenn querschnittsgelähmte Werfer aus einem Wurfstuhl heraus den Diskus über 50m weit schleudern, Frauen mit Carbonfedern an den Oberschenkelprothesen schnell sprinten, Männer mit geistiger Behinderung die 7,25kg-Kugel über 16m weit stoßen, Rennrollstuhlfahrer mit 40 km/h über die Stadionrunde zu fliegen scheinen, oder Cerebralparetiker perfekt koordinierte Bewegungsabläufe im Wettkampf umsetzen.

Wer kann mit einer Behinderung Leichtathletik betreiben und wie ist das organisiert?

Grundsätzlich wird in Track (Bahn/Straßenwettbewerbe) und Field (technische Wettbewerbe) unterschieden. Grundlage sind das IPC Regelwerk und die IPC Klassifizierungskriterien.

Es wird unterteilt in:

  • Menschen mit Sehbehinderung
  • Menschen mit Cerebralparese
  • Menschen mit mentaler Behinderung
  • Menschen mit körperlicher Behinderung
  • Menschen mit Querschnittslähmung

In Thüringen gibt es in Bad Blankenburg/Saalfeld, Zeulenroda, Leinefelde-Worbis und Erfurt Stützpunkte, an denen diese faszinierende Sportart von Menschen mit Behinderung leistungsorientiert betrieben werden kann. Landeskadermaßnahmen finden in Erfurt statt, weil hier die Leichtathletikhalle im Winter genutzt werden kann.

Fachwart

Carsten Weiss

Ausschreibungen/Flyer

Aktuelles

Rückblick/Ausblick

Para Leichtathletik -

Wir läuten den Dezember ein, um in den nächsten Wochen die ein oder andere Para Sportart vorzustellen bzw. ein paar Highlights aus dem Jahr 2021 zu posten.
 
Para Leichtathletik/Rückblick Tokyo (Thüringen)
 
Lauf:
 
Isabelle Foerder war die erste deutsche Para Leichtathletin, die auf die schnelle Bahn im Tokioer Olympiastadion durfte - und dieses Privileg nutze sie aus. Mit einer Zeit von 15,65 Sekunden über 100 Meter der Klasse T35 kam sie als Zweitplatzierte ihres Vorlaufs locker ins Finale. Foerder behauptete sich auch im Finale gegen ihre starken Konkurrentinnen und sicherte sich Platz vier bei ihren bereits 7. Paralympischen Spielen. Auf der doppelten Distanz wurde Foerder, welche in Erfurt bei der Bundestrainerin Para-Leichtathletik Marion Peters trainiert, nach Rang vier über die 100 m in 33,05 Sekunden Siebte.
 
Wurf:
 
Am letzten Wettkampftag der Spiele in Tokio stieg Daniel Scheil ins Geschehen ein. Fünf Jahre nach seinem Triumph bei den Paralympics in Rio konnte der 48 Jahre alte Erfurter im Kugelstoßen der sitzenden Klasse den 5. Rang erzielen. Mit 9,86 Metern fehlten Scheil 1,39 Meter zu Bronze.
 
Wir sind weiterhin auf der Suche nach sportbegeisternden Menschen, die sich der Sportart Para Leichtahletik widmen möchten. Die nachfolgenden Trailer zeigen was im Sport alles möglich sein kann:
 
Interesse geweckt?
 
Dann melde dich bei uns oder bei folgenden Mitgliedsvereinen des TBRSV e. V.:
 
TSV 1883 Schwarza e. V.
LAC Eichsfeld e. V.
TSV Zeulenroda e. V.
ISV Olympic Erfurt e. V.
SC Leinefelde Worbis e. V.
HSC Erfurt e. V.

Grüße aus der Hauptstadt- das Guidenetzwerk wächst!

Para Leichtathletik -

Wir könnten an so vielen Orten Deutschlands gleichzeitig sein, die Nachfrage an Guideschulungen ist erfreulicherweise enorm. Waren wird letztes Wochenende noch auf der Laufcampus Trainertagung in Euskirchen, um hier das Guidenetzwerk vorzustellen, konnten wir an diesem Wochenende in Berlin 10 interessierte Sportler zu einer Tandem- / Guideschulung begrüßen. Zwar macht Corona alles etwas schwieriger, doch trotzten wir diesem Virus und verlegten die Veranstaltung ins Freie, auf das Tempelhofer Feld. Es wurde eine Schulung, die wieder so viel positive Impulse und Engagement versprühte, das wird nur sagen können. Danke! Unsere Guidenetzwerk wächst und das mit so vielen sportliche aktiven Menschen mit und ohne Handicap, dass wir an eine Etablierung des Guidenetzwerkes im Behindertensport glauben. Was gibt es Schöneres als seinem Hobby, dem Laufen nachgehen zu können und das mit so netten Menschen, wie wir sie auf allen bisher durchgeführten Schulungen kennengelernt haben.
 
Bericht Juliana Löffler

 

DBS-Sichtungslehrgang - Training am Strand von Warnemünde

Para Leichtathletik -

"Mir hat es sehr gut gefallen, gut dass wir da waren", resümierte Paula Keiner auf der Rückfahrt von Rostock nach Erfurt. Simon Seyfarth hat sich längst schon wieder mit Kopfhörern und Handy ausgerüstet und schreibt mit seinen Freunden. Ausgepowert hat er sich an den Tagen zuvor, sodass er die Ruhe genießt. Am Freitag starteten die beiden zusammen mit 10 anderen Athleten aus Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern mit einer Koordinationseinheit. Der Einladung zum neuen Format der DBS-Sichtungslehrgänge folgten zunächst nur 4 Landesverbände. Bisher lud ausschließlich der Bundesverband ein und übernahm die Kosten. Mit Einführung neuer Strukturen im Deutschen Sport obliegt die Entsendung und Finanzierung zukünftig den Landesverbänden. In der Para Leichtathletik entschieden sich die Landesvertreter für ein rotierendes Ausrichtersystem mit Start in Rostock.

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Dort wurde unter Anleitung von Landestrainer Christian Schenk gelaufen, gesprungen, geworfen und die wunderschöne Stadt erkundet. Besonders gefiel den Teilnehmern eine Trainingseinheit am Strand von Warnemünde, der zur Erinnerung genügend Sand in den Sportschuhen lieferte. Während Simon sich in den anderen Trainingseinheiten voll und ganz im Wurfkabinett "vergnügte", probierte Paula eine Luft-Sprungmatte aus und testete einen "Running Frame", der Menschen mit Cerebralparese ganz neue Lauferfahrungen bietet und auch im Leistungssport genutzt wird. "Das wäre was für mich, könnte ich im Training prima für die Starts nutzen, sagte Paula überzeugt."
Am Samstagabend stellte sich die Paralympicsiegerin und Weltrekordhalterin über 400m von Tokyo, Lindy Ave aus Greifswald den Fragen der jungen Sportler, was hoffentlich für Motivation bei den potentiellen Paralympioniken von 2028/ 2032 sorgen wird. Die Goldmedaille gefiel ihnen schon ganz gut, ob sie auch danach streben? Im kommenden Jahr haben Paula und Simon schon fest die Ausrichterstadt Leverkusen im Visier, aus Trainersicht dann gerne als NK2- Athleten, also mit einer erfüllten Kadernorm. Interessenten dafür können sich beim Fachwart Carsten Weiss melden.

Bericht & Foto: Marion Peters

Guideschulung und Halbmarathon in Leipzig am 30. und 31.10.2021

Para Leichtathletik -

Der Leipziger Halbmarathon erwies sich bei herrlichstem Sonnenwetter als top Laufstrecke für unsere Blindentandems. Hans-Reinhard Hupe und sein Guide Christian Jakob gingen als Einzelläufer über 21,1 km auf die Strecke. Ulrike Wilhelm mit ihrem Guide Andreas Hansmeier sowie Ralf Herre mit seinem Guide Frank Tietze starteten als Staffelteam über die Halbmarathonstrecke, wobei jeder Staffelteilnehmer über jeweils 10,5 km ins Rennen ging. Am Völkerschlachtdenkmal, mit lautem Kanonendonner startend, warteten unterwegs 21 historische Persönlichkeiten auf die Athleten, die als „Kilometer – Schilderersatz, eine tolle Auflockerung boten. Alle 3 Guides fungierten übrigens das erste Mal als Führungsläufer in einem Wettkampf.     ...mehr

Und sie machten ihre Sache wirklich gut. Man bedenke, zwei der Guides waren Samstag noch bei der Guideschulung bei den Leipziger Park-Runners dabei, am Sonntag wagten sie schon die Herausforderung des Wettkampfes. Die drei visuell eingeschränkten Läufer fanden nach dem Wettkampf nur lobende Worte für ihre Guides, die verletzungsfrei vom Start bis zum Ziel führten. Unser Einzelteam erreichte eine Zielzeit von 1:41:54 h, die Staffel überquerte die Ziellinie in 2:00:28 h. Wir vom Verein gratulieren den Lauftandems zu diesem Ergebnis und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit den Park-Runners.

Bericht: Juliana Löffler

Läuferische Fähigkeiten für einen guten Zweck eingesetzt

Para Leichtathletik -

BlindSchleichen beim 16. Heiligenstädter Benefizlauf für die Opfer der Flutkatastrophe 2021

Der Benefizlauf der Stadt Heilbad Heiligenstadt und der Mediengruppe Thüringen, unter dem Motto "Einzeln Laufen - Gemeinsam helfen!", war der Aufruf für die BlindSchleichen, auch in diesem Jahr ihre läuferischen Fähigkeiten für einen guten Zweck einzusetzen. So schickte am Montagabend (11.10.) Ralf Lindemann, Vorsitzender der Kreisorganisation Eichsfeld des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Thüringen e. V.(BSVT), für welche die BlindSchleichen an den Start gingen, 2 Staffeln mit je 7 Teilnehmern in einen packenden Laufwettkampf. Staffel I gegen Staffel II. Runde für Runde gegen die Zeit und geführt von ihren Führungsläufern (Guides), konnten die blinden und sehbehinderten Sportler die geforderte Laufstrecke in ihrem Tempo erlaufen und den begehrten Staffelstab entgegen- bzw. weitergeben.

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Knisternde Spannung lag in der Luft. Auch die Kühle des Abends vermochte die Läufer nicht zu bremsen. Silke Senge, Leiterin der überregionalen Beratungsstelle/ Blickpunkt Auge Heilbad Heiligenstadt des BSVT fungierte als Kampfrichterin. Sie stoppte die Laufzeiten beider Staffeln, sodass zweifelsfrei der Sieger eines fairen Wettkampfes ausgerufen werden konnte. Doch welch eine Überraschung. Weder Staffel I noch Staffel II wurden von ihr als Erstplatzierte erklärt. Glücklicher Sieger wurde das Team der Grillmeister. Ja, der Sieg war eindeutig! Das Team hatte es geschafft, alle Würstchen zu grillen, noch bevor der letzte Staffelläufer die Ziellinie überquert hatte. RESPEKT und natürlich Glückwunsch an Roland und Karsten! Staffel II belegte vor Staffel I den 2. Platz. Schlussendlich gingen jedoch alle Akteure des Abends als Gewinner hervor, machte es doch einen riesigen Spaß, gemeinsam sportlich aktiv zu sein.
Danke an alle, die diesen tollen Abend ermöglicht haben. Denn ohne sehenden Hilfe ist es dem blinden Menschen nun einmal nicht möglich, seinem Hobby, dem Laufen nachzugehen. Das Finden eines Guides zum Training oder beim Wettkampf stellt für den visuell eingeschränkten Menschen eine große Hürde dar, sodass an deren Überwindung häufig die Ausübung des Sports scheitert.

Bericht: Juliana Löffler

Nachtrag zur Deutsche Meisterschaften der Behinderten im Halbmarathon am 22.08.2021 in Berlin

Para Leichtathletik -

Lang ersehnt hielt er das, was er verspricht, der Berlin Halbmarathon 2021. Nach der Zwangspause 2020 wegen Corona starteten die Deutschen Meisterschaften der Behinderten im Halbmarathon gemeinsam mit vielen zigtausend Laufenthusiasten am 22.08.2021 in Berlin. Unser Verein wurde bei den Parameisterschaften vertreten durch Ulrike mit ihrer Guide/in Juliana sowie Hans-Reinhard mit seiner Guide/in Carla. Die äußeren Laufbedingungen hätten nicht besser sein können und so schickte uns ein gut gelaunter Rinaldo van Rheenen um 09:00 Uhr ins Rennen, welches Ulrike mit einer tollen Zielzeit von 2:05, 25 h beendete. Hans- Reinhard überlief die Ziellinie in der hervorragenden Zeit von 1:32,09 h. Leider war unser Steffen verletzungsbedingt nicht am Start, wir wünschen ihm von hier aus gute Besserung. Hoch motiviert starten wir nun in die kommenden Trainingswochen und freuen uns auf unsere nächsten gemeinsamen Wettkämpfe am Brocken und am Rennsteigsteig.                     ...mehr

PHOTO OF THE RACE!

"Seit meiner Kindheit wusste ich, dass ich erblinden werde. Schleichend verlor ich das Augenlicht. Meinem Laufsport, den ich seit der Jugend betreibe, bin ich treu geblieben. Inzwischen gelingt das Laufen jedoch nur mit Hilfe eines Führungsläufers (Guide). Im Jahr 2012 lief ich mit meiner Partnerin den Ultramarathon über den Rennsteig. Im Ziel angekommen reifte der Entschluss, andere visuell eingeschränkte Menschen bei der Ausübung ihres Laufsports zu unterstützen bzw. an diesen heranzuführen. Noch im gleichen Jahr absolvierten wir eine Guide-Ausbildung, erwarben den Lauftrainerschein A und gründeten im Jahr 2013 die Laufschule für Blinde und Sehbehinderte. Seit Mai 2021 bauen wir gemeinsam mit unserem Verein dem LAC Eichsfeld e.V. und gefördert durch Aktion Mensch das Guidenetzwerkdeutschland.de auf. Es ist ein Registrierungs- und Vermittlungsportal für blinde Läufer und ihre Führungsläufer. Ich freue mich über jeden, der dieses Projekt durch seine Bereitschaft unterstützt, blinde und seheingeschränkte Menschen beim Laufen zu führen. Es eröffnet uns Sportlern mit visuellem Handicap die Möglichkeit, weiterhin an so schönen sportlichen Events teilnehmen zu können." - Johannes-Reinhard mit seiner Guide/-in Carla.

Bericht: Juliana Löffler

Weltklasseleistungen am 20. Februar in Erfurt - Lokalmatador Daniel Scheil verbessert seinen Deutschen Rekord im Kugelstoßen

Para Leichtathletik -

Eigentlich sollten am 20. Februar die Deutschen Hallenmeisterschaften Para Leichtathletik in der Erfurter Hartwig-Gauder-Halle ausgetragen werden, was in der aktuellen Situation jedoch unmöglich wurde. Auf Einladung und mit genehmigtem Hygienekonzept ermöglichten das Gesundheitsamt der Stadt Erfurt und der Erfurter Sportbetrieb dem veranstaltenden HSC Erfurt aber einen Einladungswettkampf für Deutschlands Top Athleten in Vorbereitung auf die Paralympics in Tokio.

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DBS-Para Leichtathletik Team Manager Jörg Frischmann resümierte anschließend: „Auch wenn die Situation in der Halle mehr an ein Training erinnert hat, so war bei den Athletinnen und Athleten zu spüren, wie sehr sie die Wettkämpfe herbeisehnen. Die Leistungen waren herausragend.“

Der TBRSV e.V. und der Handicap Sports Club Erfurt e.V. unterstützten das Projekt finanziell, da die erhöhten Ausgaben für Corona-Tests, Mediziner und Testmaterial nicht über die Startgelder gedeckt werden konnten. Die Teilnehmer waren handverlesen und eingeladen, Zuschauer wurden nicht zugelassen.

Die Leistungen der Athleten waren teilweise sensationell. Einmal mehr brillierte Deutschlands Para-Athlet des Jahres 2019, Johannes Floor vom TSV Bayer 04 Leverkusen mit der weltweit schnellsten 200 Meter-Zeit, die je ein Para Athlet in der Halle aufstellte. In 21,41 Sekunden verblüffte er die Athleten, Trainer und Kampfrichter mit einem Blitzstart und hervorragendem Rennverlauf. Klar bedeutete die Zeit einen Deutschen Rekord, da Weltrekorde in der Halle leider nicht geführt werden. 45 Minuten zuvor sicherte er sich bereits den Deutschen Rekord über 60m mit einer Leistung von 7,27 Sekunden. Trainingspartner David Behre folgte in guten 7,80 Sekunden. Vereinskollegin Irmgard Bensusan konnte ebenfalls einen überzeugenden Start in die paralympische Wettkampfsaison realisieren. Bei 26,41 Sekunden stoppte die Uhr über 200 Meter– Deutscher Rekord.

Deutsche Rekorde gab es auch im Wurfbereich. Lokalmatador Daniel Scheil vom HSC Erfurt e.V. verbesserte seine eigene Rekordmarke aus dem Vorjahr um 4 Zentimeter auf 10,68m. Der Athlet der Startklasse F33 (Wurf sitzend), reiste direkt danach ins Trainingslager nach Belek/ Türkei und bereitet sich weiter auf sein großes Ziel, die Paralympics in Tokio vor. Seinen Paralympicsieg von 2016 wiederholen – es wäre ein Traum. „Ich fühle mich gut und will bis Ende März noch die 11 Meter-Marke überbieten“, so Scheil. Am 1. April endet die nächste Slotvergaberunde um einen der begehrten Startplätze für Tokio. Zur WM im November 2019 war ihm die Startplatzsicherung wegen einer Verletzung nicht möglich, jetzt braucht er eine vordere Weltranglistenplatzierung. „Aktuell sieht es gut aus, aber es geht noch besser“ ist sich Scheil sicher und wird dafür noch 2 Wettkämpfe in Angriff nehmen, bevor es dann endgültig in die Freiluftsaison geht. Mathias Schulze (BPRSV Cottbus) übertraf mit 15,56m im Kugelstoßen seine bisherige Deutsche Rekordmarke um 25 Zentimeter und Marie Brämer-Skowronek vom SC Magdeburg überzeugte mit 7,55m, ebenso einem Deutschen Rekord.

„Es war wichtig, dass wir uns als verlässlicher Ausrichter der Hallen-DM auch unter diesen neuen Bedingungen bewähren konnten. Im kommenden Jahr wollen wir wieder alle Para Leichtathleten in Erfurt begrüßen, denn sie kommen sehr gerne“, fasste Veranstaltungsleiter Carsten Weiss zufrieden den Wettkampf zusammen, ohne einen Dank an alle Unterstützer zu vergessen, zu denen auch die Kampfrichter des Thüringer Leichtathletikverbandes und Wettkampfmanager Thomas Nuss gehören. „Es ist gut und wichtig, sich auch in schweren Zeiten auf seine Partner verlassen zu können“, würdigte der Fachwart Leichtathletik des TBRSV das Engagement aller Förderer.


Bericht: Marion Peters    


Deutschen Hallenmeisterschaften mit Winterwurf am 15.02.2020 in Erfurt

Para Leichtathletik -

Die diesjährigen Hallenmeisterschaften wurden wieder von uns Thüringern organisiert und der Wettkampf nach Meinung vieler Augenzeugen wieder sehr gut vorbereitet und durchgeführt. Vielen Dank hier an die vielen Kampfrichter und Helfer, auch den teilweise unsichtbaren, weil Nebenschauplätze, aber eben wichtig für die Gesamtdurchführung eines solchen Events. Ein inoffizieller Weltrekord und über zehn deutsche Rekorde hat diese Veranstaltung zum Vorschein gebracht. Die Masse der Rekorde hat dabei der TSV Bayer Leverkusen eingefahren. Aus Thüringer Sicht wohl der wichtigste Wettkampf, war der von Daniel Scheil (HSC Erfurt) im Kugelstoßen. Hofften doch nicht nur seine Vereinskameraden darauf, dass er vielleicht die Norm für Tokio bestätigt.Leider verfehlte er dieses Ziel mit erreichten 9,90m noch in diesem Wettkampf.

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Daniel war im letzten Jahr sehr lange verletzt und konnte dadurch auch kaum trainieren. Aber er ist zuversichtlich, dass er in den nächsten beiden Wettkämpfen in Dubai die erforderliche Weite stößt und sich somit für ihn und seinen Traum Tokyo die Tür etwas weiter öffnet. Er wäre der einzige Thüringer Para Leichtathlet, der es nach Tokyo schaffen könnte. Isabell Foerder, deren Traum es natürlich auch war, noch einmal zu den Paralympics zu fliegen, muss aber am eigenen Körper ihre Jahre spüren und leider feststellen, dass auch emsigstes Training, ein wirkliches Vorbild hinsichtlich Trainingsfleiß und Ehrgeiz für die Jugend, bei ihr nicht mehr ausreicht, um mit den Besten der Welt mit zu fighten. Leider wird sie aufgrund vieler Verletzungen auch immer wieder aus der Bahn geworfen. Ihr dritter Platz über 200m in der offenen Wertung ist trotzdem eine Genugtuung für sie.
Andreas Wolfram vom TSV Zeulenroda konnte den Diskuswurf mit 32,98m wieder mal für sich entscheiden und wurde im Speerwurf Zweiter, hinter Mathias Mester. Im Diskuswurf wurde Patrick Bergner Dritter. Sandra Vogel vom ISV Olympic Erfurt wurde im Diskus- und Speerwurf jeweils Zweite, im Kugelstoßen Vierte.
Im Nachwuchsbereich konnte Phillip Clas aufgrund langwieriger Krankheit leider nicht starten, was aber die anderen Thüringer Starter geleistet haben, war schon ordentlich anzusehen. Die Plätze, aufgrund der geringen Teilnehmerzahl mal außer Acht lassend, sind die 5,90m mit einer 5kg-Kugel vom noch 13jährigen Simon Seyfarth aber trotzdem sehr beachtenswert. Viele vordere Platzierungen fuhren auch die Thüringer Senioren der Vereine aus Schwarza, Erfurt und dem Eichsfeld ein. Insgesamt starteten 151 Sportler aus 61 Vereinen, darunter 23 Thüringer Starter aus 5 Vereinen.

Bericht: Carsten Weiss (Fachwart Para Leichtathletik)

Hallen Deutsche Meisterschaft in Erfurt

Para Leichtathletik -

Am kommenden Samstag (15.02.2020) finden in der Zeit von 9:30-18:00 Uhr in Erfurt die deutschen Hallenmeisterschaften der Para Leichtathleten statt. 151 Athletinnen und Athleten aus 61 Vereinen und Abteilungen Deutschlands gehen in insgesamt 333 Starts auf die Jagd nach Medaillen und Meistertiteln. Dabei geht es auch um mögliche Startplätze für die Paralympics in Tokio. Daniel Scheil, der Paralympics-Sieger im Kugelstoßen von Rio 2016, startet inzwischen für den Handicap Sports Club Erfurt und möchte mit einer guten Leistung noch ein Ticket nach Tokio lösen.

Veranstaltungsort: Leichtathletikhalle in der Johann-Sebastian-Bach Straße 2 im Sportzentrum Süd

zur Pressemitteilung DBS

CIM - California International Marathon in Sacramento

Para Leichtathletik -

Was sich ganz unspektakulär liest, ist erlebt eine überwältigende Sportaktion Nordamerikas. Der CIM, ein Marathon, der mit seinen Startgeldern ein Zeichen der Menschlichkeit setzt und diese für wohltätige Zwecke spendet, rückt auch ganz besonders Menschen mit Behinderung in den Fokus des Laufes. So heißt es u.a. in der Ausschreibung: "Der California International Marathon ist stolz darauf, in der Zusammenarbeit mit dem USABA (United States Association of Blind Athletes) jährlich den National Visually Impaired Championship Marathon auszurichten". Dieser Stolz war regelrecht zu spüren. 50 blinde Läufer mit ihren insgesamt 78 Guides wurden durch drei wunderbare Tage "geführt". Einfach rührend, wie viele Menschen daran interessiert waren, dass sich die Athleten wohl fühlten und trotz ihrer Sinneseinschränkung ein wertvoller Teil der Gemeinschaft waren.

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Jedem Einzelnen, der seine Zeit, sein Geld und sein Talent dafür eingesetzt hat, dass blinde Menschen an einem Marathon und speziell an der Nationalen Meisterschaft teilnehmen konnten, sei gedankt. Dieser Marathon, an welchem Hans-Reinhard auf Einladung des selbst blinden Läufers Richard Hunther teilnehmen konnte, wird immer in der Erinnerung bleiben. Seine beiden Guides, Greg und Heidi, brachten so viel Herzliches, so viel Engagement und Motivation mit in das Rennen, dass unser Teamkollege die Ziellinie vorm Capitol in Sacramento in 03:11 h überqueren konnte. Herzlichen Glückwunsch! Diese Zielzeit bedeutete für Hans-Reinhard einen 2. Platz in der Gesamtwertung der Paraathleten.
Beeindruckt und dankbar treten wir den Heimweg an. Im Gepäck nehmen wir einen kleinen Schatz mit nach Hause, die "United in stride", das Netzwerk for guide and blind runners Nordamerikas. Das was wir versuchen in Deutschland aufzubauen, hat hier schon seinen festen und hilfreichen Platz im Behindertensport gefunden. Es funktioniert also dieses Netzwerk, es ist nicht nur visionär. Es zeigt in der Praxis wie einfach es sein kann, blinde und sehende Sportler zusammenzuführen.

Laufen verbindet!

Bericht: Juliana Löffler




Bundesfinale Leichtathletik „Jugend trainiert für Paralympics“ in Berlin 2019

Para Leichtathletik -

Endlich auf dem Treppchen….

Voller Erwartung standen die 10 Sportler, welche für die „Schule am Andreasried Erfurt“ beim Bundesfinale starteten, im Kreis mit allen anderen Bundesländern und hofften bei der Siegerehrung.
14 Bundesländer starteten gemeinsam vom 22.09.-26.09.2019 in Berlin bei der Jubiläumsveranstaltung von Jugend trainiert im Berliner Olympiastadion. Allein der Veranstaltungsort für die Jubiläumsveranstaltung war schon ein Höhepunkt des diesjährigen Bundesfinales.Die Mannschaft bestand aus 10 Sportlern aus 2 Vereinen (HSC Erfurt und ISV Olympic Erfurt) und 5 Schulen / Bildungseinrichtungen. Dies ist eine sehr gute Regelung, ermöglicht es doch den gehandicapten Sportlern, welche inklusiv beschult werden, die Teilnahme an diesen Wettkämpfen.

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Im Einzelnen dabei waren:
Dennis Ritter, Leon Wagner, Phillip Clas, Gene Jakowski, Viviana Starke, Iris Theisen (Schule am Andreasried – Erfurt)
Paula Keiner (Staatl. Berufsbildende Schule „Andreas Gordon“)
Jonas Luleich (CJD Berufsbildungswerk Gera)
Anabell Förster (Staatliche Gemeinschaftsschule - Trusetal)
Simon Seyfarth (Evangelische Gemeinschaftsschule Erfurt)
Am Sonntagvormittag ging es mit dem Zug Richtung Berlin, wo als erstes die Akkreditierung für die gesamte Mannschaft durchgeführt werden musste.
Danach ging es zum Hotel. Gleich am ersten Tag wurde die Bildungsstätte „Gedenkstätte Hohenschönhausen“, dem früheren Stasi-Knast besucht. Die Jugendlichen konnten sich hier einen kleinen Einblick in die damalige Funktion dieses Gefängnisses holen und stellten auch viele Fragen. Zurück im Hotel wurden dann schnell die Zimmer bezogen, Abendbrot gegessen und mit letzten Einweisungen zu den beiden Wettkampftagen ging der Tag zu Ende.
Am Montag war dann der erste Wettkampftag. Dort starteten unsere jüngeren Teilnehmer Anabell, Iris, Viviana, Gene und Simon. Für die Mädchen begann es gleich mit ihrer leistungsmäßig wohl schwächsten Disziplin, dem Schlagballwurf. War das im letzten Jahr noch der absolute Tiefpunkt, konnten in diesem Jahr schon alle Ihre Leistungen stark verbessern. Iris und Anabell konnten alle ihre Leistungen zum Vorjahr verbessern, die anderen waren im letzten Jahr noch nicht dabei. Der 800m Lauf war noch mal viel Kampf von allen, um viele Punkte für die Mannschaftswertung zu holen.
Ein erster Blick auf die Zwischenwertung und Platz 10 nach dem ersten Tag brachte viele enttäuschte Gesichter, die sich aber schnell aufhellten. Jede Mannschaft hat 10 Starter im Alter von 18 Jahren und jünger. Die nach dem ersten Tag führenden ersten 6 Mannschaften hatten bereits mindestens 7 Sportler am ersten Tag am Start. Wir hatten noch 5 Sportler am zweiten Tag, welche Punkte für die Mannschaftswertung holen konnten. Die Chance war also da - endlich mal aufs Treppchen - und damit bei der großen Abschlussveranstaltung auf der Bühne geehrt zu werden. Alle, wirklich alle schworen sich dann für den 2. Tag ein. Die Kleinen feuerten die Großen lautstark an und trieben sie so zu guten Leistungen. Paula absolvierte den Wettkampf Ihres Lebens. Sie konnte sich in allen 4 Disziplinen gegenüber dem Vorjahr steigern. Bei den Jungen waren es immer mindestens zwei Disziplinen, wo sie sich gegenüber dem Vorjahr steigern konnten. Es wurde also nochmals sehr knapp, das Ziel zu erreichen. Vor dem letzten Wettkampf lagen die ersten 7 Bundesländer nur ganz knapp zusammen und der 800m-Lauf sollte alles entscheiden. Hier schmissen sich dann wirklich alle rein, teilweise wirklich bis zum Erbrechen. Aber der Kampf sollte sich lohnen. Zur Siegerehrung im Stadion wurden die Mannschaften in umgekehrter Reihenfolge aufgerufen. Als dann nur noch 4 Mannschaften standen, hofften alle darauf, unter den ersten 3 zu sein. Die ersten 3 Mannschaften dürfen nämlich auf die große Bühne bei der Abschlussveranstaltung in der Max-Schmeling-Halle und werden dort von allen Zuschauern (ca. 6.000) nochmal gefeiert. In diesem Jahr war der Aufschrei und die Freude groß, als der 4. Platz verlesen und Thüringen immer noch nicht aufgerufen wurde. Diese Freude wurde noch größer, als auch der 3. Platz nach Sachsen-Anhalt ging. Man ärgerte sich auch gar nicht groß, dass nicht der ganz große Wurf gelang, sondern feierte sich richtigerweise für den Gewinn des 2. Platzes. Dies war der Dank für emsiges Training und dem unbedingten Willen, wirklich alles für das Team zu geben.
Insgesamt geht damit für unsere Sportler wieder ein recht erfolgreiches Jahr zu Ende, Platz 2 für das Team im Jugendländercup und jetzt noch einmal Platz 2 im Bundesfinale, wobei dieser zweite Platz noch hochwertiger einzuschätzen ist.
Alle Betreuer und Interessierten für unsere Kids waren wieder sehr zufrieden.
Der Mittwoch stand dann wieder ganz im Zeichen des Kennenlernens der Bundeshauptstadt Berlin. Lernen am anderen Ort: Das Reichstagsgebäude war das Ziel mit Erläuterungen zur Geschichte.
Am Abend ging es dann wieder zur sehr gut organisierten Abschlussfeier für alle Teilnehmer „Jugend trainiert für Olympia und Paralympics“ in den verschiedenen Sportarten.
Die Sportler, welche schon mal dabei waren, freuen sich von Anfang an auf diese Veranstaltung, sind dort doch neben den Siegerehrungen auch immer wieder sehr schöne Unterhaltungseinlagen enthalten. Am Ende dann die Disco für die Teilnehmer. Völlig ermüdet fielen die Kids ins Bett zur letzten Nacht in Berlin.
Das Betreuerteam bedankt sich bei allen Teilnehmern für Ihre überragenden sportlichen Leistungen und die Disziplin über den gesamten Zeitraum.
Im nächsten Jahr wird auf alle Fälle wieder eine Thüringer Leichtathletik-Mannschaft dabei sein.
Bericht: Carsten Weiss (Fachwart Leichtathletik TBRSV)

Bericht von den Deutschen Meisterschaften der Para-Leichtathletik am 13./14.07.2019 in Singen / Hohentwiel

Para Leichtathletik -

Ein neuer Weltrekord von Leon Schäfer, der die alte Bestmarke von Paralympics-Sieger Heinrich Popow um 3cm auf 6,80m verbesserte, war natürlich das Highlight dieser DM. Dazu kam die Einstellung des eigenen Weltrekordes von Irmgard Bensusan über 100m. Insgesamt war die Bundestrainerin Marion Peters mit den Leistungen der Athletinnen und Athleten glücklich: „Wir haben Weltrekorde, Normerfüllungen für die WM in Dubai und Deutsche Rekorde, dazu zahlreiche Bestleistungen. Da kann ich nur zufrieden sein.“ Auch die insgesamt 14 gestarteten Teilnehmer aus 4 Thüringer Vereinen konnten sich recht wacker schlagen.

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Phillip Clas holte sich in der U17 über 100 und 200m jeweils die Goldmedaille. Raul Lasse del Rio, höher gestartet in der U17, holte sich über 100m den 3. und bei den 200m, welche er das erste Mal im Wettkampf lief, die Silbermedaille.
War Mohammad Rezaei in der U20 am ersten Tag mit der neuen viel leiseren Startanlage noch Opfer dieser, so konnte er sich am zweiten Tag mit dem 3. Platz über 200m noch ein wenig Frust über den Vortag aus der Seele laufen.
Gewohnt souverän mittlerweile holt Benjamin Weiss über beide Kurz-Sprintstrecken jeweils die Silbermedaille, der erste Platz ist mit Johannes Hohl vom BPRSV Cottbus meistens schon vor dem Lauf vergeben.
Daniel Scheil (wie alle vorgenannten Athleten vom HSC Erfurt) war aufgrund seines Vereinswechsels mit einer Sperre belegt worden, absolvierte aber außer Wertung startend einen sehr soliden Wettkampf und hat ja bekanntlich die Norm für die WM schon in der Tasche.  Die anderen 3 Thüringer Werfer Athleten in der Aktiven-Klasse Nils Paschold, Patrick Bergner (beide SV 1883 Schwarza) und Andreas Wolfram (TSV Zeulenroda) hatten sich wohl vorher bereits auf Silber festgelegt, denn sie errangen insgesamt 5 dieser Silbermedaillen. Nils im Kugelstoßen und Diskuswurf, Patrick im Speerwurf und Andreas Wolfram beim Diskus- und Speerwurf.  Die einzige Werferin bei den Aktiven, Sandra Vogel vom ISV Olympic Erfurt, nahm aus Singen einen ganzen Medaillensatz mit nach Hause. Sie wurde Deutsche Meisterin im Diskuswurf, errang im Speerwurf den zweiten Platz und im Kugelstoßen die Bronzemedaille. Die Rollstuhl-Schnellfahrerin Julia Langer vom SV 1883 Schwarza konnte über ein halbes Jahr nicht trainieren, absolvierte zu den Landesmeisterschaften in Thüringen ihren ersten Wettkampf wieder und hatte auch in Singen noch nicht die Form, die notwendig ist, um ganz vorn anzugreifen. Sie konnte sich aber über 3 Bronzemedaillen über die Distanzen von 100, 400 und 1.500m freuen.  Isabelle Foerder (HSC Erfurt) hatte ebenfalls eine sehr lange Verletzung auszukurieren und hat sich mit dem 3. Platz über 400m wenigstens etwas Positives aus Singen mitnehmen können, wobei ihr für die entscheidende Phase der Normerfüllung für die WM wahrscheinlich die Körner fehlen werden. Unsere 3 gestarteten Seniorinnen und Senioren trugen ebenfalls zu der recht erfolgreichen Medaillensammlung für Thüringen bei diesen Titelkämpfen bei. Tino Phillip (SV 1883 Schwarza) jeweils 1. Platz im Standweitsprung und Diskuswurf, Holger Fromm
3. Platz im Diskuswurf und Romy Reinhard (beide ISV Olympic Erfurt), holte sich jeweils den ersten Platz im Diskus- und Speerwurf, sowie im Kugelstoßen.

Bericht: Carsten Weiss (Fachwart Leichtathletik)

SOVD Inklusionslauf Berlin 2019

Para Leichtathletik -

Bunt ist das Leben, herausfordernd die Vielfalt, einmalig im Einzelnen. Das Rollfeld Tempelhof verwandelte sich am Samstag den 17.08.2019 in eine große sportliche Arena. Menschen mit und ohne Handicap konnten bei Laufwettkämpfen einmal mehr ihre Begeisterung für den Sport und ihr Leistungsniveau unter Beweis stellen. Neben dem sportlichen Erlebnis hatte der Veranstalter, der SOVD, noch eine ganz besondere Botschaft. Mit der Laufveranstaltung sollte die Aufmerksamkeit ganz besonders auf die Belange behinderte Menschen gerichtet werden, für eine gleichberechtigte Teilhabe in der Schule, bei der Arbeit, im alltäglichen Leben. Unsere Blindenlaufschule erlebte bei dieser inklusiven Sportveranstaltung so viele schöne Momente, so viel Engagement, so viel Akzeptanz und so viel spontane Hilfe, dass wir uns nur bedanken können.

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Danke an das Organisationsteam, welches viel Liebe und Mühe in die Vorbereitung gelegt hat. Danke an den hervorragenden Moderator, der so beschwingt durch den Tag geführt hat und danke an die 2 jungen Berliner Läuferinnen Carla und Steffi, die sich auf das Wagnis des Blindenführens eingelassen haben. Ihr wart und seid eine Bereicherung und mit euch auch der Verein der Lustigen Schleicher, der sich ganz bewusst den Fragen des sozialen Miteinanders stellt. Mit einigen Fotos wollen wir euch teilhaben lassen an der tollen Atmosphäre des Tages.

Eure BlindSchleichen.

Bericht: Juliana Löffler

Bericht und Ergebnislisten zur Landesmeisterschaft 2019

Para Leichtathletik -

Die diesjährigen Landesmeisterschaften mussten aufgrund fehlender Ressourcen kurzfristig wieder zu zwei verschiedenen Zeiten an zwei verschiedenen Orten stattfinden. Während die Bahnwettbewerbe in Arnstadt am 22.06.2019 stattfanden, haben die Werfer Ihre Meisterschaft eine Woche später in Gotha durchgeführt.
Bei beiden Veranstaltungen waren aber gleichzeitig wieder Wettkämpfe des TLV und so konnten sich unsere Athleten auch wieder einem breiteren Publikum präsentieren. Leider fehlten bei den Bahnwettbewerben aus verschiedensten Gründen einige Athleten aus dem Bereich der Aktiven. Die wohl attraktivste Leistung erzielte der Rennrollstuhlfahrer Maximilian Heilek (Foto) vom HSC Erfurt in seinem 800m Rennen, wo er sich in 2:53,86 an die vierte Stelle der Weltrangliste schob. Mit im Rennen war dort auch wieder Julia Langer, die aufgrund ihrer schweren Operation vor einem halben Jahr erst wieder mit dem Training begonnen hat.

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Auch Luisa Klymus, eine intellektuell beeinträchtigte Sportlerin von der SG Einheit Worbis konnte in ihren Wettkämpfen stark überzeugen. Besonders im Weitsprung konnte sie mit 3,62m eine neue Bestleistung erzielen.
Phillip Clas vom HSC Erfurt bestätigte seine guten Wettkampfleistungen vom Jugendländercup mit sehr guten Läufen über 100m und 200m. Ein bisschen Pech hatte seine Vereinskameradin Paula Keiner, welche beim 100m Lauf stürzte und sich Schürfwunden zuzog. Trotz Schmerzen hat sie sofort nach dem Lauf gesagt, dass sie das 200m Rennen am Folgetag bestreiten wird. Eine Woche später bei den Werfern war auch wieder ein sehr gutes Teilnehmerfeld zu verzeichnen. Besonders hervorzuheben sind die 3 Jugendlichen beim ISV Olympic Erfurt. Seit Jahren konnten man in diesem Altersbereich keine Neuzugänge verzeichnen, mittlerweile zieht aber über die Zusammenarbeit der beiden Erfurter Vereine doch ein bisschen Nachhaltigkeit im Nachwuchsbereich ein. Es machte ihnen sichtlich Spaß und sie wollen die lange Tradition der Thüringer Werfer und Stößer aufrechterhalten. Die weiteste Anreise hatte Raimund Spicher vom 1. LAV Rostock. Jürgen Meier hatte einen besonders guten Tag erwischt und überbot mit jedem seiner 5 gültigen Versuche seine bisherige Bestleistung und stellte eine neue mit 24,93m auf.  Es gab wie immer zufriedene und unzufriedene Sportler, Gewinner aber waren sie alle. Man trifft sich, tauscht sich über die Wettkämpfe aus, stößt und wirft im Wettkampfmodus. Schnell wird da nach dem Termin im nächsten Jahr gefragt, der aber leider noch nicht bekannt ist, weil wir uns ja an den Terminplan des Thüringer Leichtathletikverbandes halten.

Bericht: Carsten Weiss

Jugend trainiert für Paralympics 2018

Para Leichtathletik -

Bundesfinale Leichtathletik „Jugend trainiert für Paralympics“ Erfolgreich wie nie….

und trotzdem etwas enttäuschend, so nahmen die 10 Sportler, welche für die „Schule am Andreasried Erfurt“ beim Bundesfinale starteten, die Siegerehrung entgegen.
14 Bundesländer, so viel wie noch nie, starteten gemeinsam vom 23.09.-27.09.2018 in Berlin.
Die für die Mannschaft namens-gebende Schule wurde dabei von 4 Schülern aus anderen Schulen unterstützt. Dies ist eine sehr gute Regelung, ermöglicht es doch den gehandicapten Sportlern, welche inklusiv beschult werden, die Teilnahme an diesen Wettkämpfen. ...mehr

Im Einzelnen dabei waren:

Mohammad Rezaei, Jonas Luleich,    Schule am Andreasried – Erfurt
Pascal Burkhardt, Leon Wagner,
Phillip Clas, Iris Theisen

Paula Keiner                    Regelschule „Robert-Bosch“ Arnstadt
Anabell Förster                Staatliche Gemeinschaftsschule Trusetal
Nora Wenderholm                Edith-Stein-Schule Erfurt
Raul Lasse del Rio                Gutenberg Gymnasium Erfurt


Am Sonntagvormittag ging es mit dem Zug Richtung Berlin, wo als erstes die Akkreditierung für die gesamte Mannschaft durchgeführt werden musste.
Danach ging es zum Hotel. Die Zimmer waren noch nicht fertig, da wurde der erste Ausflug eben früher begonnen. Mit der Straßenbahn auf den Alex und von dort über die Museumsinsel zum Brandenburger Tor und dem Reichstag. Leider wurde es unterwegs regnerisch und die Regenjacken waren noch Im Gepäck im Hotel. Schlechte Laune kam aber trotzdem nicht auf. Schnell wurden dann die Zimmer bezogen, Abendbrot gegessen und mit letzten Einweisungen zum Wettkampf ging der Tag zu Ende.
Am Montag war dann der erste Wettkampftag. Dort starteten unsere jüngeren  Teilnehmer - Anabell, Nora, Iris und Raul. Für die Mädchen begann es gleich mit ihrer leistungsmäßig schwächsten Disziplin, dem Schlagballwurf. Geübt wurde es sehr oft, aber zum Wettkampf konnte keines der Mädchen ihre wirklichen Leistungen zeigen. Schade, hätte es doch helfen können, ein noch besseres Gesamtergebnis erzielen zu können. Danach aber steigerten sich alle ungemein und holten im 800m Lauf entscheidende Punkte auf. Gemeinsam mit Raul, der einen soliden Wettkampf absolvierte, lagen wir am ersten Tag auf Platz 6 mit Möglichkeiten, sich am zweiten Tag noch zu steigern. Das Team hat sich noch mal eingeschworen und viel für Tag 2 vorgenommen. Für die Jungs begann es mit dem Weitsprung, es lief gut, jeder rief sein Leistungsvermögen ab bzw. verbesserte sich auch. Der 100m-Lauf und auch das Kugelstoßen lief im Rahmen der Möglichkeiten, wobei sich da Mohammad und Phillip als eifrige Punktesammler erwiesen.
Der abschließende 800m-Lauf war dann wieder der Punktebringer für unser Team. Paula lief diese mit Ihrer Behinderung so beeindruckend, dass sie damit 3. bei 30 Teilnehmerinnen geworden ist, wobei es natürlich keine Einzelwertungen gibt.   
Zur Siegerehrung wurden die Mannschaften dann in umgekehrter Reihenfolge aufgerufen. Als dann nur noch 4 Mannschaften zum aufrufen standen, hofften alle darauf, unter den ersten 3 zu sein. Die ersten 3 Mannschaften dürfen nämlich auf die große Bühne bei der Abschlussveranstaltung in der Max-Schmeling-Halle und werden dort von allen Teilnehmern (ca. 5.000) nochmal gefeiert.
Leider waren wir die Vierten und somit trotz des hervorragenden Ergebnisses etwas enttäuscht, diesen Traum doch nicht erreicht zu haben.
Schnell wurde die Truppe von den Betreuern wieder motiviert, nächstes Jahr gibt es ja wieder ein Bundesfinale.
Das Team hat also jetzt schon wieder ein Ziel vor den Augen, für das es sich lohnt, im Training ordentliche Leistungen anzubieten.
Insgesamt geht für unsere Sportler ein recht erfolgreiches Jahr zu Ende, Platz 2 für das Team im Jugendländercup und jetzt noch einmal Platz 4 im Bundesfinale, wobei dieser vierte Platz sogar noch hochwertiger zu betrachten ist.
Alle Betreuer und Interessierten für unsere Kids waren wieder sehr zufrieden.

Der Mittwoch stand dann wieder ganz im Zeichen des Kennenlernens der Bundeshauptstadt Berlin.  Diesmal ging es auf das Gelände der ehemaligen Internationalen Garten-Ausstellung, wo sich heute die Ausstellung „Gärten der Welt“ befindet. Wir erkundeten diese mit der Seilbahn und einer Fahrt mit der Sommerrodelbahn.  
Am Abend ging es dann wieder zur sehr gut organisierten Abschlussfeier für alle Teilnehmer „Jugend trainiert für Olympia“ und „Jugend trainiert für Paralympics“ in den verschiedenen Sportarten.
Die Sportler, welche schon mal dabei waren, freuen sich von Anfang an auf diese Veranstaltung, sind dort doch neben den Siegerehrungen auch immer wieder sehr schöne Unterhaltungseinlagen enthalten. Am Ende dann die Disco für die Teilnehmer. Völlig ermüdet fielen die Kids ins Bett zur letzten Nacht in Berlin.

Das Betreuerteam bedankt sich bei allen Teilnehmern für Ihre sportlichen Leistungen und die Disziplin über den gesamten Zeitraum.
Im nächsten Jahr wird auf alle Fälle wieder eine Thüringer Leichtathletik-Mannschaft dabei sein.

Carsten Weiss
Fachwart Leichtathletik